Justus Blümer

Der Wahlwerbespot der Piratenpartei

Zugegebenermaßen habe ich ein Faible für Wahlwerbespots, weil sie sich von gewöhnlicher Fernsehwerbung meistens deutlich unterscheiden. Die Ausgangssituation ist nämlich eine ganz andere: Geht man (leider unrealistischerweise) davon aus, dass der Zuschauer zur Wahl geht, besteht das Ziel eines Wahlwerbespots darin, die Stimme, die der Wähler ohnehin vergibt und die ihn nichts kostet, für sich zu gewinnen. Man kann natürlich darüber streiten wie stark Rationalität und wie das Bauchgefühl die Entscheidung beeinflusst, aber ich behaupte, der Großteil der Wähler braucht, bevor er sich bewusst mit der Partei beschäftigt, eine positive emotionale Grundeinstellung und die lässt sich eben nur auf dem unbewussten Wege erzeugen. Dazu dienen Wahlwerbespots.

Damit das funktioniert, wird die politische Message verpackt. In diesem Falle – im Spot der Piratenpartei – außerordentlich gut. Authentische Persönlichkeiten, die durch ihr nerdiges Aussehen oder ihren vernuschelten Dialekt erst perfekt werden und vor allem glaubwürdig sind. Effektvoll, diese zwei Akte; erst der Part mit den politischen Aussagen und dann der zweite, der emotionale. Der, bei dem man auch aufstehen und sagen will „Ja, ich bin Pirat!“. Wirklich gut.

Mehr dazu unter Ich bin Pirat! – http://www.ich-bin-pirat.de/