Justus Blümer

Eins, zwei, drei, vier, Eckstein, alles muss versteckt sein.

Mir würde es nicht gefallen, wenn andere SEOs oder überhaupt irgendjemand die Gesamtheit meiner Websites kennen würde. Prinzipiell wäre das ja eigentlich nichts schlimmes, aber mit genug bösem Willen könnten da andere Überehrgeizige Vorteile daraus ziehen.

Habe ich gerade ein neues Projekt in einer vielversprechenden Nische aufgesetzt und will, dass die Konkurrenz so gering bleibt wie sie ist, geht das nur, wenn die Website mein Geheimnis bleibt.
Wer sehr böse ist und mir finanziellen Schaden zufügen will, der sucht sich ein paar kleinere Seiten und betreibt negative SEO, sodass mein Ranking schlechter wird. Dadurch habe ich weniger finanzielle Kapazitäten und werde in meiner Arbeit zurückgeworfen.
Ausgefeilte Programme (Google?) könnten Linknetzwerke erkennen und bemerken, dass meine Rankings nur auf eigenem redundantem Verlinken bestehen und mich dementsprechend abstrafen. Und wenn sie jetzt noch nicht so weit sind, irgendwann bestimmt.

Man kann sich also sicher genug Horrorszenarien ausmalen, die darauf beruhen, dass irgendjemand weiß, welche Websites man betreibt.

Wie kann man Websites anderer entdecken?

Das ist in manchen Fällen belustigenderweise gar nicht so schwer. Wer sein Impressum im Klartext und ohne no-index oder robots.txt Sperre in SERPs ballert, muss sich nicht wundern, wenn jeder sehen kann, dass man gerne Weinklimaschränke, Handtaschen und Akkurasierer vertickt, wie am Beispiel der P&P Lifestyle Content Ltd. und allerlei ähnlich versierten Unternehmen schön zu beobachten ist.

Ebenso lassen sich solche ganzen Seitenverbände aufspüren, wenn man es mit notorischen Querverlinkern zu tun hat. Mache ich auch manchmal, wenn es Themenrelavanz hat und ich sicher gehen kann, damit nicht mein komplettes Portfolio freizulegen; dann macht das auch Sinn. Aber nicht wenn man von Pokémon-Figuren auf Harley-Davidson-Motorräder und dann wieder auf Camcordertaschen verlinkt, um da dahinterzukommen braucht es dann auch kein Programm mehr.

Ich war selbst schockiert, wie leicht es sein kann, herauszufinden, welche Domains die Konkurrenz besitzt. Bis vor kurzem noch hat DomainTools für meinen Namen gerankt – mit einer meiner Domains direkt sichtbar. Die scrapen – mit einer Domaindatenbank und etwas Geduld – die Whois-Records und haben zumindest bis vor kurzem noch diese Informationen öffentlich verkauft, vielleicht haben sie mittlerweile rechtliche Probleme bekommen, vielleicht geben sie sich auch lieber etwas zurückhaltender. Tatsache ist aber, dass man über diesen Weg tatsächlich an eine handliche Übersicht der Domain-Eigentümer kommt. Wer also auf Nummer sicher gehen will, sucht sich einen möglichst anonymen Weg, der auch nicht über die Whois-Schnittstelle nachzuvollziehen ist.

Ebenso weit verbreitet ist auf der Reverse IP Lookup. Einfach mal ein bisschen rumprobieren, das Tool zeigt an, welche Domains auf die gleiche IP zeigen. Man kann auf einen Server locker über 100 Mini-Projekte hauen, die man – kennt man ein einziges – damit alle gefunden hätte. Ist jedenfalls sehr interessant zu sehen, was so mancher SEO an Projekten zu bieten hat.

Bestimmt gibt es noch mehr Ideen, wie man fremde Seiten entdecken kann, was man damit anstellen kann und wie man genau das verhindert, ich freue mich über Kommentare!